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19. November 2009
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Foto: UBP/Eroll Popova |
Vitali Tajbert: „Er ist ein ganz typischer Mexikaner. Gutierrez ist ausdauernd, wird bis zur letzten Minute kämpfen und kommt stilistisch ein wenig unorthodox daher. Technisch fehlt ihm vielleicht was, aber diese Mittelamerikaner haben einen „harten“ Kopf und es sind zumeist „zähe Hunde“. Sie sind einfach immer gefährlich! Ich bin aber topfit, werde auch kämpferisch dagegen halten können und werde mich nicht nur auf meine Technik verlassen. Mit meinem Trainer Magomed Schaburow arbeite ich nun schon so lange zusammen und wir haben uns natürlich auch für diese Art von Gegner etwas ausgedacht.“
Frage: Ist diese WM-Chance die Erfüllung eines Traumes?
Vitali Tajbert: „Ja, absolut. Der WM-Gürtel war immer mein großer Traum und den werde ich mir jetzt erfüllen!“
Frage: Wie hast du dich konkret vorbereitet - gab es etwas Spezielles?
Vitali Tajbert: „Wir haben uns auf diesem speziellen Typ der mittelamerikanischen Kampftechnik eingestellt und die Videos studiert. Mein Trainer hat mich wie immer mit seinem abwechselungsreichen Trainingsprogramm gefordert und zur harten Arbeit motiviert! Da bleibt schon einiges an Schweiß, in den Klamotten.“
Frage: Du boxt im Superfedergewicht. Manchmal hat man den Eindruck, das in Deutschland nur das Schwergewicht oder auch das Mittelgewicht zählen. Ärgert dich das?
Vitali Tajbert: „Natürlich ärgert es mich. Aber ich sehe es als ein Teil meines Weges, den Menschen, die sich für den Boxsport interessieren, zu zeigen, dass das Boxen in seiner gesamten Breite und Qualität viel interessanter ist. Ich will mich in und mit meiner Gewichtsklasse durchsetzen und den Leuten zeigen, wie schnell, flexibel und technisch anspruchsvoll gerade in den unteren Gewichtsklassen geboxt wird.“
Fragen: Wie siehst Du deine Stellung im Superfedergewicht? Ziele? Wird es einen Vitali Tajbert vielleicht sogar im Leichtgewicht geben?
Vitali Tajbert: „Ich bin der erste Deutsche, der im Superfedergewicht um eine Weltmeisterschaft boxt. Das macht mich natürlich stolz und ist eine zusätzliche Motivation. Jetzt ist nur der Kampf in Kiel gegen Gutierrez wichtig. Hier muss ich meine Mission erfüllen und meine Gewichtsklasse in der Öffentlichkeit voran bringen. Ich will schön, attraktiv und technisch hochwertig boxen. Gewinnen allein reicht nicht, die Leute sollen nach dem Fight begeistert sagen: „das war ein toller Kampf“ – dann ist es ein „echter“ Sieg! Was nach dem WM-Kampf kommt, interessiert mich jetzt überhaupt nicht. Ich will in der Zukunft einfach die Nummer 1 sein und durch meiner Art zu boxen die Zuschauer begeistern.“
Frage: Bitte beurteile den Verlauf deiner Profikarriere bis heute. 18 Kämpfe / 17 Siege. Was sagt das aus?
Vitali Tajbert: „Die Karriere war bis jetzt soweit ok. Die eine Niederlage im EM-Kampf im letzen Jahr gegen Gulyakevich hätte nicht sein müssen. Da habe ich noch Fehler gemacht und hätte eigentlich gewinnen können. Aber mein Trainer Magomed Schaburow und ich sehen, dass es weiter nach vorne geht und dass ich mich stetig weiter entwickelt habe.“
Frage: Wie siehst Du deine Position im Universum- / spotlight-Team?
Vitali Tajbert: „Ich fühle mich dort sehr wohl. Ich kann mit den besten Trainern und unter den professionellsten Bedingungen arbeiten. Und wichtig, man fördert eben auch Boxer in den leichten Gewichtsklassen. Das ist leider in Deutschland nicht überall so!“
Frage: Wie war dein Einstieg in das Boxen?
Vitali Tajbert: „Ich habe bei Germania Stuttgart mit elf Jahren mit dem Boxen begonnen. Eigentlich ist mein Cousin schuld, der hat mich zum Kampfsport gebracht. Erst zum Kick-Boxen und als ich dann aber mehrmals in der Woche trainieren wollte, gab es das nur beim Boxen. Boxen fand ich dann auch wesentlich interessanter!“
Fragen: Wer ist deine Box-Familie? Wer hat dir in deiner Karriere geholfen?
Vitali Tajbert: „Vor allem mein Vater, er hat mich immer unterstützt und ist auch so eine Art Manager von mir. Wenn nicht ihm, wem sollte ich sonst vertrauen? Die Unterstützung, die ich in der Zeit bei den Amateuren erfahren durfte, war aber auch sehr wichtig.“
Frage: Warum bist du als sehr erfolgreicher Amateurboxer zu den Profis gewechselt?
Vitali Tajbert: „Nach der Olympia-Bronzemedaille in Athen und nach der Goldmedaille bei der Militär-Weltmeisterschaft 2005, brauchte ich die neue Herausforderung und habe bei spotlight boxing unterschrieben.“
Frage: Welche Rolle spielt für dich dein soziales Engagement. Du hast ja einen „Partnerverein“ in Stuttgart und kümmerst dich um junge Boxer!
Vitali Tajbert: „Es war mir immer wichtig, dass ich von dem, was man mir Gutes und Unterstützendes gegeben hat, auch etwas an die Jugend zurückgebe. So habe ich in Stuttgart den Box-Club „Blau-Gold Stuttgart“ mit gegründet. Die dort trainierenden Jugendlichen unterstütze ich wo und wie ich kann. Die sind schon richtig gut und haben bereits drei deutsche Meister! Das Boxen hat mir sehr viel gegeben und dieses gebe ich nun auch zurück. Das ist auch der Grund, dass ich die Deutsche Sporthilfe auf meiner Kampfhose werblich unterstütze.“
Frage: Wie gefällt dir Hamburg? Andere sind schon fest nach Hamburg gezogen – und du?
Vitali Tajbert: „Hamburg ist super, eine schöne Stadt. Vielleicht die beste Stadt, die es gibt. Aber Stuttgart ist meine Heimat, dort lebt meine Familie, da habe ich meine Freunde. Da ist mir alles vertraut und ich bin eben ein Familienmensch.“
Videolink:
20.11.2009 | ZDF - heute sport
Presselinks:
21.11.2009 | Freiepresse.de
21.11.2009 | N24
21.11.2009 | Focus online
21.11.2009 | sportgate
20.11.2009 | sueddeutsche
20.11.2009 | Hamburger Abendblatt
20.11.2009 | Ostsee-Zeitung
20.11.2009 | Mitteldeutsche Zeitung
20.11.2009 | sportal.de
20.11.2009 | DOSB
19.11.2009 | SWR








